PM 06/2026: Klimaschutzgesetz

Thu, Jun 11, 2026Presse

Klimaschutzgesetz

Hitzeaktionstag: Landesnetzwerk fordert verbindliche soziale Kriterien für KlimaschutzplanMale deinen liebsten Draußen-Ort in Rostock und gewinne eine von fünf fair gefüllten Schultüten!

Rostock. Rostock. Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni macht das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern auf die zunehmenden gesundheitlichen Folgen der Klimakrise aufmerksam. Hitzewellen treffen schon heute viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Besonders ältere Menschen, Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Vor diesem Hintergrund fordert das Landesnetzwerk, den neuen Klimaschutzplan des Landes zügig zu erarbeiten und soziale Gerechtigkeit dabei verbindlich zu verankern.

Denn: Wie Klimaschutz und Klimaanpassung in Mecklenburg-Vorpommern künftig konkret ausgestaltet werden, soll der Klimaschutzplan regeln, der das vor einer Woche beschlossene Klimaschutzgesetz umsetzt. Das Eine-Welt-Landesnetzwerk fordert verbindliche Kriterien für die Sozialverträglichkeit der vorgesehenen Maßnahmen, einen gerechten Wandel insbesondere in den Bereichen Bauen, Mobilität, Energie, Ernährung und Landnutzung sowie die frühzeitige Einbindung von Sozialverbänden, Umweltorganisationen, entwicklungspolitischen Initiativen und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Ziel müsse es sein, Klimagerechtigkeit systematisch zu berücksichtigen, besonders betroffene Bevölkerungsgruppen zu schützen und zu verhindern, dass bestehende soziale Ungleichheiten durch die Folgen der Klimakrise weiter verschärft werden.

„Der Erfolg des Gesetzes wird sich daran messen lassen, ob soziale Gerechtigkeit in der Umsetzung mitgedacht wird. Klimaschutz darf nicht auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden. Der Klimaschutzplan bietet nun die Chance, soziale Kriterien verbindlich zu verankern und besonders gefährdete Gruppen wirksam zu schützen“, sagt Birthe Frenzel, Koordinatorin für Klimagerechtigkeit beim Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern.

Denn Klimawandel betrifft alle – aber nicht alle gleichermaßen. Auch die gesundheitlichen Folgen von Hitze sind sozial ungleich verteilt. Menschen in schlecht gedämmten Wohnungen leiden stärker unter hohen Temperaturen. Wer im Freien arbeitet, kann sich Hitzewellen kaum entziehen. Und wer auf dem Land keinen verlässlichen Nahverkehr nutzen kann, erreicht Gesundheitsangebote oft nur schwer.

„Diese Unterschiede sind keine Randnotiz der Klimapolitik, sondern ihr Kern. Klimaschutz ist dann sozial gerecht, wenn er bei den Menschen ankommt, die den Folgen der Klimakrise am stärksten ausgesetzt sind und am wenigsten Möglichkeiten haben, ihnen auszuweichen“, so Birthe Frenzel.

Eine bei Hitze besonders gefährdete und oft übersehene Gruppe sind Schwangere und Neugeborene. „Bei hohen Temperaturen steigt unter anderem das Risiko für Frühgeburten deutlich. Hitze ist für Schwangere ein zusätzlicher Belastungsfaktor und stellt auch junge Familien vor besondere Herausforderungen“, sagt Kathrin Herold, Hebamme und Stillbeauftragte des Deutschen Hebammenverbands.

Für das Eine-Welt-Landesnetzwerk zeigt sich auch daran, dass Klimaschutz und Klimaanpassung immer mit sozialer Gerechtigkeit zusammengedacht werden müssen. Das Klimaschutzgesetz und der nun zu entwickelnde Klimaschutzplan bieten die Chance, die Weichen für einen gerechten Wandel in Mecklenburg-Vorpommern zu stellen.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern ist der Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen des Landes mit derzeit 64 Mitgliedern. Ziel des Landesnetzwerks und seiner Mitglieder ist es, über globale Ungerechtigkeiten zu informieren und sich für nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung einzusetzen. Klimagerechtigkeit gehört zu den zentralen Themen des Netzwerks.

V. i. S. d. P.: Jessica Weiß